Bist du bereit fürs nächste Level?

Stell dir vor, dir wird eine der folgenden Fragen gestellt: „Was machen Sie beruflich?“ – „Warum sollten wir ausgerechnet Ihr Produkt kaufen / Ihr Seminar buchen?“ – „Warum sollten wir Sie einstellen?“ Genau dann brauchst du einen genialen Elevator Pitch!

Du kannst die Liste beliebig fortführen, denn solche Fragen können dir überall gestellt werden: im Vorstellungsgespräch, im Verkaufsgespräch, auf Messen oder Events. Eine gute Bekannte von mir wurde vor einigen Jahren von ihrer neuen Kollegin gefragt:

„Und was ist hier dein Aufgabengebiet?“ Ihr fiel tatsächlich auf Anhieb nicht ein, was sie hätte antworten können! Die Frage kam wie aus dem Nichts, sagt sie. Dabei hatte sie ein recht großes Verantwortungsgebiet mit vielen unterschiedlichen Aufgaben.

Der entgegengesetzte Fall ist auch nicht besser: Der Angesprochene gerät ins Reden und Schwärmen, holt aus bis ins letzte Detail – und der Fragesteller weiß zuletzt kaum noch, worum es im Kern eigentlich geht.

Hier hilft der Elevator Pitch effektiv! Doch was ist das eigentlich?

Elevator heißt im Deutschen „Aufzug“, ein Pitch ist ein gezielter Schlag oder Aufschlag, zum Beispiel beim Baseball. Mittlerweile wird der Begriff Elevator Pitch genauso mit „Kurzpräsentation“ übersetzt.

Die Idee des Elevator Pitch kommt ursprünglich übrigens aus den USA. Vertriebsmitarbeiter hatten sich zum Ziel gesetzt, ihre Vorgesetzten oder Kunden während der Dauer einer Fahrt mit einem Aufzug von ihrer Idee, ihrem Produkt, ihren Stärken etc. zu überzeugen.

Elevator Pitch - Begeistere dein Gegenüber in 60 Sekunden
Pixabay_ @3dman_eu

Solche Aufzugfahrten dauern in der Regel kaum länger als 60 Sekunden. Also müssen alle relevanten Informationen genau in dieses Zeitfenster passen: die kurze Vorstellung der eigenen Person und des Projekts oder Produkts, das Wecken der Begeisterung, das Ziel, den Auftrag zu erhalten.

Die Idee des Elevator Pitch wurde schon nach kürzester Zeit super erfolgreich. Der Begriff wurde zum geflügelten Wort und wird heute fast überall verwendet.

Zwar wird der Elevator Pitch eher selten in einem Aufzug genutzt. Aber es ist enorm hilfreich, wenn du dich und deine Idee innerhalb von 60 Sekunden beschreiben kannst, Begeisterung weckst und vielleicht direkt den heiß ersehnten Auftrag erhältst.

Klingt gut? Finde ich auch. Also lass uns starten!

Ausgewählte Zutaten für den erfolgreichen Elevator Pitch

Behalte also immer im Hinterkopf: Du hast nur 60 Sekunden Zeit! Und wenn du erst einmal mit deiner Kurzpräsentation angefangen hast, sind diese 60 Sekunden im Nu vorbei. Hast du in diesem Zeitfenster wirklich nur die relevanten Informationen auf den Punkt gebracht?

Sogenannte Füllsel stehlen dir nicht nur die Zeit. Sie lassen den Blick deines Gegenübers für das Wesentliche verloren gehen, und dein Vortrag wird dadurch irgendwie langweilig. Beschränke dich also auf deine Highlights.

Hier zeige ich dir einen schematischen Aufbau deines Elevator Pitch, anhand dessen du dich auf das Wesentliche konzentrierst:

  • Angebot: Was bietest du deinem Gegenüber? Was kannst du für ihn tun und auf welche Erfahrungen greifst du dabei zurück?
  • Interesse: Wie kannst du dein Angebot interessant machen? Informiere dich zuvor über die Bedürfnisse und Vorlieben deines Gegenübers!
  • Nutzen: Welche Vorteile bietest du? Was ist an deinem Angebot so besonders? Was gewinnt dein Kunde?
  • Motivation: Warum unterbreitest du ausgerechnet dieser Person dein Angebot?
  • Appell: Was wünschst du dir von deinem Gesprächspartner? Was soll er als Nächstes tun?

Alternativ zu dieser Zutatenliste für deinen Elevator Pitch kannst du dich auch auf die AIDA-Formel stützen.

Elevator Pitch-Anleitung: wirklich gute Tipps

Du weißt jetzt, dass du den Elevator Pitch bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten anwenden kannst. Trotzdem bleibt noch die Frage: Wie überzeugst du jemanden in 60 Sekunden? Mache dir im Vorfeld Gedanken und bereite dich vor – das sind weitere wichtige „Zutaten“ für deinen erfolgreichen Elevator Pitch.

1. Ein starker Einstieg ist Pflicht!

Schon der erste Satz deines Elevator Pitch muss „sitzen“. Wecke die Neugier deines Gesprächspartners, zum Beispiel mit einer Frage, einer interessanten Tatsache oder einer These. Halte Augenkontakt, um Selbstsicherheit auszustrahlen!

2. Priorisiere die Inhalte!

Noch einmal: Du hast nur 60 Sekunden Zeit! Bleibe, also beim Wesentlichen, komme auf den Punkt und hole nicht zu weit aus. Ein bis zwei Sätze sollten hier ausreichen, um deine Idee zusammenzufassen oder dein Produkt vorzustellen.

3. Was ist deine USP?

Dein Alleinstellungsmerkmal solltest du entsprechend deutlich herausheben: Welche Vorteile bietest du? Was machst du anders als die Masse? Stichpunkte reichen hier völlig aus!

4. Wer steht dir gegenüber?

Informiere dich im Vorfeld, für wen du den Elevator Pitch vorbereitest. Wer ist die Zielgruppe? Was interessiert sie? Hat dein Thema für dein Gegenüber keine Relevanz, hilft dir auch der beste Elevator Pitch nicht weiter.

5. Versteht dich ein Schulkind?

Das ist der ultimative Test, ob deine Informationen im Elevator Pitch nachvollziehbar sind. Achte bei deiner Sprache und Wortwahl darauf, dass dein Gegenüber dich versteht. Kein Fachjargon, keine Fakten in rauen Mengen! Wenn ein Schulkind versteht, wovon du redest, liegst du richtig!

6. Sei begeistert!

Du hast deinen Elevator Pitch inhaltlich so weit vorbereitet? Super. Dann hast du das Was erledigt – und es bleibt noch das Wie. Begeisterung steckt an! Wenn du glaubwürdig zeigen kannst, dass dein Projekt oder Produkt dich selbst begeistert, überträgt sich dies auf deinen Geschäftspartner.

7. Sei authentisch!

Dein Elevator Pitch muss in dir gute Gefühle wecken. Bist du unsicher und hast den Text nur auswendig gelernt, wird dein Gegenüber das Bemerken – der Funke wird nicht überspringen! Du brauchst dich nicht zu verstellen beim Vortrag. Bleib dir selber treu!

8. Führe keine Monologe!

Gib deinem Gegenüber beim Elevator Pitch die Möglichkeit, sich einzuklinken. Lege an passenden Stellen eine kurze Pause ein, um zu sehen, wie dein Gesprächspartner reagiert.

9. Denke an den Call to Action!

Beende deine Kurzpräsentation mit einer Aufforderung. Was ist der nächste Schritt für deinen Gesprächspartner? Wie kann er dich unterstützen? Dein Schlusssatz soll ihn dazu animieren, sich dir anzuschließen.

10. Biete Kontaktmöglichkeiten an!

Wie kann dein Gegenüber dich kontaktieren, wenn er Interesse hat? Gib ihm deine Visitenkarte oder verabrede dich mit ihm zu einem ausführlicheren Gespräch.

Gibt es Mustervorlagen und Beispiele für den Elevator Pitch?

Ja, die gibt es tatsächlich. Gerade dann, wenn du noch keine weiteren Erfahrungen mit der Kurzpräsentation machen konntest, sind solche Vorlagen sehr hilfreich.

Elevator Pitch: Beispiele aus der Praxis
Pixabay: @Tumisu

Du kannst den Elevator Pitch mit einer rhetorischen Frage beginnen, zum Beispiel: “

  • Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, …?“
  • Oder du verlegst dich auf das Erzählen von Geschichten und startest mit „Es war einmal…“.

Letzteres ist ein typisches Beispiel für Storytelling. Geschichten können Brücken bilden, wenn es darum geht, Schwachstellen verständlich zu machen. Eine wichtige Grundregel beim Storytelling lautet: je größer die Distanz zwischen Anfang und Ende, desto wirkungsvoller die Geschichte.

Was heißt das für dich?

Du hast für deine Geschichte eine Figur namens Peter Hansen gewählt. Am Anfang steht diese Figur an einem Tiefpunkt und sucht verzweifelt nach einer Lösung. Die Story endet damit, dass du diese Lösung bietest – Ende gut, alles gut! Übrigens funktioniert dies noch besser, wenn du selbst die Hauptfigur bist. Denn damit zeigst du deinem Gegenüber dein ganz persönliches Interesse an der Lösung des Problems.

Achte darauf, dass du Mustervorlagen und Beispiele nicht einfach übernimmst, sondern sie deutlich personalisierst. Der Elevator Pitch muss sowohl deine Begeisterung zum Vorschein bringen als auch das Interesse deines Gesprächspartners wecken.

Du hast einen Elevator Pitch und möchtest ihn weiter optimieren?

Kein Problem! Auch zu diesem Punkt kann ich dir einige wichtige Tipps geben:

  • Versuche niemals, auf die Schnelle noch ein paar zusätzliche Argumente einzubauen. Du kannst jetzt schnell den roten Faden verlieren, im schlimmsten Fall gerätst du ins Stottern. Deine Überzeugungskraft ist dahin.
  • Besser ist es, deine Zusatzargumente als Ass im Ärmel zu behalten, sozusagen als Bonusmaterial. Dieses lieferst du erst auf Nachfrage deines Gesprächspartners.
  • Nicht du bist wichtig, sondern dein Gegenüber. Argumentiere immer aus seiner Sicht. Versetze dich in seine Lage. Überlege vorher, welche Einwände er vorbringen könnte, und bereite dich darauf vor, sie wirkungsvoll zu entkräften.

Gehe beim Elevator Pitch nicht gleich auf diese möglichen Einwände ein, sondern warte in Ruhe darauf, ob sie überhaupt kommen. Vielleicht geht dein Gesprächspartner schon auf dein Angebot ein, beißt aber nicht gleich an. Einwände beginnen beispielsweise mit der typischen Satzkonstruktion „Ja, aber…“

Wie kann ich meinen Elevator Pitch üben?

Du kannst deinen Elevator Pitch zunächst allein üben. Ich empfehle dir folgende Vorgehensweise:

  1. Schreibe dir den Text zu deinem Elevator Pitch sorgfältig und detailliert auf.
  2. Lese ihn dir selber einmal laut vor. So bemerkst du, an welchen Stellen der Text „unrund“ ist. Achte darauf, nicht zu schnell vorzulesen. Dein Gesprächspartner soll dir folgen können. Und zu schnelles Sprechen kann bei dir zu leichter Atemnot führen, was deine Stimme wiederum beeinflusst.
  3. Überarbeite den Text an den „unrunden“ Stellen.
  4. Beim nächsten lauten Lesen starte einen Sekundenzähler und schau nach, wie lange du benötigst, um deinen Elevator Pitch vorzulesen. Dauert er länger als 60 Sekunden, musst du den Text kürzen. Konzentriere dich auf das Wesentliche und vermeide Füllwörter in jedem Fall. Dauert er weniger als 60 Sekunden – Glückwunsch!

Jetzt solltest du jemanden ins Boot holen, der sich deinen Elevator Pitch anhört. Ein echtes Rollenspiel ist perfekt dafür. Kannst du überzeugen? Versteht dein Gegenüber, was du sagen willst? Welche Fragen und Einwände hat er?

Achtet beide darauf, dass du Blickkontakt hältst, verständlich sprichst und ein gesundes Selbstbewusstsein ausstrahlst. Du verkaufst etwas Wertvolles, keine saure Milch!

FAQ – Fragen & Antworten

Was ist ein Elevator Pitch?

Ein Elevator Pitch ist eine 60 Sekunden Kurzpräsentation. Der Elevator Pitch stammt aus den USA. Vertriebsmitarbeiter wollten so während einer Aufzugfahrt ihrem Vorgesetzten ihre Idee oder ihr Produkt verkaufen. Sie hatten demnach nur wenige Augenblicke Zeit um ihren Pitch bestmöglich zu präsentieren. Da sie nur die Zeit im Aufzug hatten, entstand der Begriff Elevator Pitch

Wie lange dauert ein Elevator Pitch?

In der Regel dauert ein Elevator Pitch 30 Sekunden bis 2 Minuten. Je kürzer, desto besser. Der Elevator Pitch muss vor allem überzeugen und beim Gegenüber Interesse wecken. Je weniger Zeit du dafür benötigst, umso besser ist das natürlich.

Wie funktioniert ein Elevator Pitch?

Ein Elevator Pitch ist eine Kurzpräsentation über dich oder ein Produkt. Du musst in 60 Sekunden dein Gegenüber so begeistern, dass er mehr darüber wissen möchte. Das Ziel eines Elevator Pitch ist ein Termin oder die Kontaktdaten deines Gegenübers.

Welche Inhalte muss ein Elevator Pitch haben?

Ein Elevator Pitch braucht einen starken Einstieg, damit du die volle Aufmerksamkeit deines Gegenübers hast. Zudem sollte er unbedingt deinen USP, also dein Alleinstellungsmerkmal beinhalten. Er sollte ehrlich und authentisch sein.

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